October 10, 2008

Für Fans: Jacques Brels « Cabanon » steht zum Verkauf

Pünktlich zum 30. Todestag von Jacques Brel meldet der Nice Matin, dass seine ehemalige Villa in Roquebrune - Cap Martin, Côte d'Azur noch immer zum Verkauf steht.

Der Chansonnier Jacques Brel

Der Chansonnier Jacques Brel

Heute gehört der frühere Rückzugsort des belgischen Chansonnier Jacques Brel dem italienischen Architekten Marco Capitini. Dieser hat das Haus, da er selbst in Monaco lebt, Anfang des Jahres komplett renoviert. Dabei hat er selbstverständlich Alles, was zu Brel gehört konserviert. Beispielsweise befindet sich dort der Sessel des Sängers, sein Garderobenständer und noch einige andere Möbelstücke, die als Dekoration in Brels einziger musikalischen Komödie „L'Homme de la Mancha" dienten. 

Die Auktion am 8. Oktober bei Sotheby's Paris

Die Auktion am 8. Oktober bei Sotheby's

Allerdings ist nicht mehr Alles, was sich einst in der Villa befand, noch dort. Am Vorabend des 30. Todestages des Künstlers wurden viele „Reliquien" die ursprünglich aus der Villa an der Côte d'Azur stammen bei Sotheby's in Paris versteigert, nicht unumstritten. Aber dennoch scheint Brel auch noch Jahrzehnte nach seinem Ableben so beliebt zu sein, dass es sich Fans einiges Kosten lassen, beispielsweise ein Originalmanuskript eines seiner Chansons zu Besitzen. Für „Jacky" fiel der Hammer bei 26.000 Euro, „Mathilde" kostete bereits 60.000 Euro und für das Manuskript vom „Amsterdam" wurde sogar die Summe von 90.000 Euro erreicht.

Wieviel mag dann wohl „Le Cabanon" kosten? Insbesondere, da es sich bei „Le Cabanon" nicht um ein weiteres seiner wunderschönen Chansons handelt, sondern um sein Haus am Cap Martin, das er liebevoll so nannte. Leider sind keine Bilder von dem Anwesen selbst zu finden, jedoch verspricht die Lage einiges: es grenzt an den Strand und bietet so direkten Zugang zum „Plage du Cabbé".

Roquebrune - Cap Martin an der Côte d'Azur

Roquebrune - Cap Martin an der Côte d'Azur

Jacques Brel kaufte das Haus 1961. Nachdem er es von Grund auf renoviert hatte, lebte er hier zunächst abwechselnd mit seiner Geliebten, Sylvie und seiner Frau Miche inklusive ihrer drei Kinder. Später kaufte er für seine „legitime" Frau ein weiteres Anwesen in Lavandou. Der ständige Wechsel war wohl ein wenig zu anstrengend auf die Dauer. „Le Cabanon" war ja doch ehr der Ort, um dem Wirbel zu entfliehen. Von hier aus fuhr er mit seiner weißen Ente zur Villa seines Architektenfreundes Henri Grémeret oder führte Marie Lafôret in die Restaurants „La Réserve" in Beaulieu und „La Bonne Auberge" in Antibes. Auch empfing er Serge Gainsbourg und Leny Escudero am Cap Martin.

Ende der 1960-er Jahre trennte sich Jacques Brel von Sylvie und überlies ihr „Le Cabanon". Er kehrte nie wieder hierher zurück. Jedoch blieb er in der Region. Nachdem er sich 1970 neu verliebt hatte, kaufte er, ganz in der Nähe seines ehemaligen Besitzes, ein kleines Appartement in Menton. Auch diese Idylle fand ein jähes Ende. Am 9. Oktober 1978 starb er in einem Krankenhaus in Bobigny, weit entfernt von seiner belgischen Heimat und weit weg von seinem geliebten Mittelmeer.

Jacques Brel in "Le Cabanon"

Jacques Brel in "Le Cabanon"

Wenngleich Jacques Brel nur knapp zehn Jahre hier lebte, mag sein Cabanon sowohl für Fans, als auch für Liebhaber der Côte d'Azur ein Schmuckstück sein. Und der Preis? Der ist streng geheim! Aber die Nachbarn vermuten, dass der Preis dieses kleinen Traumes, der immer noch vom Geist Jacques Brels bewohnt ist, wohl über 2 Millionen Euro liegen wird. Aber dafür könnte man ihn sich vielleicht in der Abenddämmerung auf der Terrasse sitzend vorstellen, wie er auf seiner Gitarre seine melancholischen Lieder spielt, oder gar hören?

Filed under Blog by Astrid

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