November 12, 2008

Zurück zur Natur! Die umweltfreundlichen Erdhäuser von Peter Vetsch

Die Erdhaussiedlung Lättenstrasse in Dietikon, Schweiz

Die Erdhaussiedlung Lättenstrasse in Dietikon, Schweiz

Als unsere Vorfahren in vorgeschichtlicher Zeit Schutz vor Wind und Wetter suchten, richteten sie sich in Höhlen ein. Schnell jedoch wurden Hütten gebaut, dann Häuser bis hin zum Wolkenkratzer. Der Schweizer Architekt Peter Vetsch hat sich auf die Natur zurückbesonnen und einen Stil kreiert, der allerdings nicht bedeutet unter der Erde zu leben, sondern mit ihr.

Keine Angst, die Menschen die in Vetsch Erdhäusern leben, mutieren nicht zu Maulwürfen. Die Räume sind nicht dunkel! Sie verfügen über breite Glasfassaden und besitzen daher helle, lichtdurchflutete Wohnräume. Im Gegensatz zu modernen Wohnbauten, oftmals mit Badezimmern ohne natürliche Lichtquelle, bietet ein Erdhaus die Möglichkeit von Beleuchtungen durch Oberlichtkuppeln.

Das Wohnhaus Pallavincini: Lichtdurchflutete Räume

Das Wohnhaus Pallavincini: Lichtdurchflutete Räume

Mit der Erde zu leben bedeutet für den Schweizer Architekten einerseits, umweltverträglich zu bauen, aber andererseits die Vorteile des natürlichen Bauens auszunutzen. Die Erde wirkt als wärmende Decke, die vor Kälte, Regen und Wind schützt. Zusätzlich haben die intergralen Gewölbe sehr gute Isolationseigenschaften. So werden Wärmeverluste reduziert und bis zu 50 % der Heizenergie eingespart. Das freut nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Aufgrund ihrer Bauweise sind diese Wohnhäuser außerdem für alternative Heizsysteme, die auf Luft, Erde, Wasser oder Sonne zurückgreifen besonders geeignet.

Die Isolation gegen Wärmeverluste im Winter, bietet im Sommer eine angenehme Kühlung, und dies bei einer gut verträglichen Luftfeuchtigkeit um 50 %. Dies steht im Gegensatz zu konventionellen Häusern, die im Winter oft trockene überheizte Räume bieten und im Sommer eine zusätzliche Kühlung benötigen.

Peter Vetsch: Häuser wie bewohnbare Skulpturen

Peter Vetsch: Häuser wie bewohnbare Skulpturen

Darüber hinaus fügen sich die Erdhäuser, die keineswegs in die Erde gebaut werden müssen, hervorragend in die natürlich gewachsene Landschaft ein. Dazu müssen die Bauten jedes Mal neu konzipiert werden. Entsprechend den Wünschen der Eigentümer entsteht so ein höchst individuelles Objekt. Die organische Planung, die ein hohes Maß an Kreativität einfordert, geschieht mit hohem künstlerischen Anspruch und bildhauerischer Qualität, so dass man auch von bewohnbaren Skulpturen sprechen könnte. Anstatt an die Erdhöhlen unserer Vorfahren erinnern die Wohnobjekte von Peter Vetsch denn auch mehr an die architektonischen Meisterwerke eines Antoni Gaudi.

Filed under Blog, Design by Astrid

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