November 26, 2008
Der Forbes Bericht: Die teuersten Häuser der Welt
Vor ein paar Tagen berichtete Forbes über die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt der Luxusklasse. Auch hier ist die Tendenz fallend.
Jährlich gibt Forbes eine Liste der teuersten Luxusimmobilien heraus. Diese Liste berücksichtigt nur die Prestigeimmobilien, die wirklich offizielle zum Kauf angeboten wurden und nicht etwa die im letzten Jahr am höchsten verkauften Häuser. Sie ist eine Mischung aus offiziellen Listings, Maklergebühren in der gehobenen Klasse und Gesprächen mit Immobilienagenten.
Daraus ergibt sich für Matt Woolsey von Forbes, dass 2009 schrecklich für die Immobilienbranche werden wird. Zwar haben die Spitzenpositionen der Liste immer noch achtstellige Verkaufspreise, jedoch benötigt man nicht mehr so viele Millionen um einen der oberen Plätze zu belegen.
Der Preisverfall begründet sich beispielsweise im Rückzug von Verkäufern, die ihren Besitz dann doch lieber behalten, als unter Preis zu verkaufen. So ist das Pierre Hotel mit einem Wert von 70 Millionen US-Dollar, das Marty Zweig seit vier Jahren anbot nun nicht mehr zu haben. Auch der Financier Leonard Ross, der ehemals 165 Millionen US-Dollar für seinen Besitz Hearst Mansion in Beverly Hills erzielen wollte, hat im September sein Verkaufsvorhaben aufgegeben. Selbst der Saudi-Arabische Prinz Bandar bietet sein Anwesen in Aspen (für 135 Millionen Dollar) nun nicht mehr an.
Daher kommt es, dass nun eine Immobilie in Holmby Hills, zwischen Beverly Hills und Bel Air (Los Angeles) für 125 Millionen US-Dollar vom zweiten auf den ersten Listenplatz aufsteigt. Dieses Fleur de Lys genannte Anwesen, ist mit seinen 12 Zimmern und 15 Badezimmern im Versailles-Stil errichtet sicher auch keine bescheidene Hütte. Dennoch empfindet Woolsey dies als Zeichen der Zeit, da es das letzte Mal 2005 war, dass eine Immobilie für 125 Millionen Dollar den ersten Platz belegte.
Den positivsten Geschäftsabschluss konnte Donald Trump in diesem Jahr verzeichnen. Er hatte vor vier Jahren sein Maison de L'Amitié in Palm Beach, Florida für 41,4 Millionen US-Dollar gekauft. Nun zahlte der russische Oligarch Dmitry Rybolovlev 100 Millionen US-Dollar. Aber auch hier bleibt ein Wehmutstropfen. Donald Trump musste erst 25 Millionen US-Doller Preisnachlass gewähren, bevor der Russe zugriff.
Zu den nicht mit einbezogenen Veräußerungen gehört die Villa Leopolda an der Côte d'Azur. Diese weltbekannte Belle Epoque Villa mit 8 Hektar Grundstück über Villefrache-sur-Mer wurde im August an einen nicht genannten russischen Oligarchen für die Summe von 750 Millionen Dollar verkauft. Allerdings war zuvor kein Preis öffentlich angegeben worden. Dies ermöglicht den Maklern freilich mehr Verhandlungsspielraum. Zusätzlich kommen die Besitzer nicht in die Situation von Donald Trump, der seinen Preisnachlass zugeben musste.
Darüber hinaus zeigt ein Verkauf in dieser Preisklasse, dass es immer noch Interessenten gibt, die für eine Luxusimmobilie dieses Kalibers das nötige Kleingeld haben. Nach Woolsey ist es für einen Milliardär, der ein viertes oder fünftes Domizil sucht ehr eine emotionelle Entscheidung, sei es weil ihm ein Besitz aufgrund seiner Architektur als einmaliges Kunstwerk gefällt oder weil die Milliardäre miteinander rivalisieren.
Dies bestätigt auch David Stanley, Courtier bei Emile Garcin. Er meint, wenn die Nachfrage ausreichend ist und ein potentieller Käufer genügend an einem Objekt interessiert ist, wäre der Preis zweitrangig.
Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob es auch weiterhin genügend finanzkräftige Interessenten für exklusive Luxusimmobilien gibt.
Filed under Luxusimmobilien by Astrid





