November 28, 2008
Ungewöhnliche Häuser: Das Huisjeshuis in Breda, Niederlande
Es gibt ja viele ungewöhnliche Bauten. Die Einen leben lieber in einer Luxusvilla an einem exponierten Ort, wie beispielsweise die Villa Leopolda an der Côte d'Azur; Andere bevorzugen ein gruseliges Spukschloss wie das Rumänische Dracula-Schloss Bran. Wenn man die Niederlande etwas kennt, weiß man, dass auch hier manches außerordentlich ist. Aber in einer Neubausiedlung in Breda (im Westen der Niederlande), wo sich gesichtslose Häuser aneinanderreihen, würde man wohl nicht nach etwas extravaganter Architektur suchen. Aber dennoch, es gibt sie: das Huisjeshuis.
Von weiten sieht das Gebäude mehr aus wie ein Flugzeughangar eines Provinzflughafens. Die nähere Betrachtung zeigt aber, dass dieser Hangar bewohnt ist, und zwar von einer Familie mit zwei Kindern. Etwas außergewöhnlich ist die Familie vielleicht schon: sie sind viel herumgekommen. Sie waren bei den Wüsten-Nomaden und auf so manchem Flugplatz. So hatte das Paar auch gewisse Ansprüche an die Architekten: sie wünschte sich ein Zelt, er, der Hobbypilot hatte die Idee von einem Hangar im Kopf.
Auf den dritten Anlauf fanden die beiden „ihre" Architekten: das Rotterdamer Büro Studio NL-D. Die Leiter des Büros Anke Schiemann und Arco Zweistra, konnten endlich einen Entwurf vorlegen, der auch den Bauherren gefiel. Die Umsetzung wurde auch möglich, da es seitens der Gemeinde Breda nicht zu enge Bauvorschriften gab und das Grundstück für niederländische Verhältnisse relativ groß war.
Das Ergebnis ist eine Rundbogenhalle mit einer Länge von 27,5 m und einer Breite von 5,5 m. Durch Zwischendecken und Anbauten kommt der Bau auf eine Wohnfläche von 400 m²! Es gibt zwei angebaute Gartenhäuser als Büros und ein Gewächshaus im Garten. Die sibirische Blockhütte dient als Sauna. Eine nach Süden gerichtete Terrasse erlaubt den Aufenthalt im freien ebenso, wie die großen Schiebetüren in der Ost- und Westfassade.
Als das Haus zwischen 2003 und 2005 entstand betrugen die Baukosten für das Haus mit 1170 Kubikmetern Rauminhalt, inklusive Küchen und Bäder lediglich 330.000 Euro. «Leider könnten wir das heute nicht mehr zu diesem Preis machen, weil die Stahlpreise so stark gestiegen sind.» bedauert Anke Schiemann.
Filed under Luxusimmobilien by Astrid


