December 2, 2008
Luxusliner: Queen Elisabeth 2 in Dubai angekommen!
Wie wir Mitte November berichteten, hatte der Luxusliner Queen Elisabeth 2 (QE2) vergangenen Monat seine letzte Fahrt begonnen. Nun ist sie in ihrem Zielhafen in Dubai angekommen!
Hier unterzieht sich die alte Dame der Weltmeere erstmal einer Wellnesskur. Sie wird zu einem Sieben-Stern-Hotel umgebaut. Wie Manfred Ursprunger, CEO der QE2 Enterprises sagte, bekommt sie eine völlig neue Ausstattung. Anschließend wird der ehemalige Luxusliner an der künstlichen Insel Palm Jumeirah Island anlegen und ein zentraler Bestandteil einer Luxus-Vergnügungs-Residenz werden.
Für die Zukunft der alten Dame ist Ursprunger sehr optimistisch, beginnt das Leben nach seinem Dafürhalten doch erst mit 40. Und dies ist genau ihr Alter und damit dies auch die richtige Zeit für die Queen der Meere, einen Tapetenwechsel vorzunehmen. Das Unternehmen erwartet noch 50 Jahre lang fröhlichen Rentnerdaseins für die QE2.
Deren Karriere begann nach dem Stapellauf 1967, als Transatlantik-Linienschiff zwischen England und den USA. Später wurde sie ein weltbekanntes Kreuzfahrtschiff. Zwischendurch, während des Falklandkriegs, diente sie als Truppentransporter. Mit ihren 5,5 Millionen Seemeilen auf 1.159 Reisen hat die Queen Elisabeth 2 sicher einiges erlebt. So zum Beispiel im August 1992, als sie auf einer Tagereise von New York nach Martha' Vineyard bei Cape Cod auf einen Felsen auflief und der Rumpf beträchtlich beschädigt wurde. Auch wurde sie am 11. September 1995 auf ihrem Weg nach New York über Neufundland von einer 33 Meter hohen Monsterwelle getroffen.
Viele Stars und Sternchen waren zu Gast auf dem königlichen Kreuzfahrtschiff. So beispielsweise Harry Belfonte, Hildegard Knef, David Bowie, Rod Steward und Nelson Mandela. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser trat seine letzte Reise in seine neuseeländische Wahlheimat an. Er ereichte sein Ziel nicht, sondern verstarb am 19. Februar 2000 an Bord.
Eigenwillig wie eine Dame von Welt, behielt die QE2 bis zuletzt ihren eigenen Kopf: kurz vor dem letzten Einlaufen in ihren (ehemaligen) Heimathafen Southampton rammte der Luxusliner eine Sandbank, jedoch ohne Schaden zu nehmen. Es kam lediglich zu einer kleinen Verspätung von 15 Minuten. So bleibt zu hoffen, dass sie die vorgesehene Schönheitskur wirklich genießt.
Laut Ursprunger plant sein Unternehmen alles Erdenkliche zu tun, um das einmalige Erbe des Schiffes zu bewahren. Einige Kabinen, die noch im Originalzustand sind, werden restauriert und so in neuem Glanz erhalten bleiben. Aber die übrigen Räumlichkeiten, werden beispielsweise durch Luxusrestaurants und Wellnessbereiche dem aktuellen Luxusstandard angeglichen.
Unter anderem ist auch ein dreistöckiger Ballsaal geplant. Dort können die Gäste dann den schicken Zeiten des kolonialen Britanniens nachfühlen. Denn dies ist das Motto der Generalüberholung. Ursprunger will so, die Menschen in die großen alten Tage der Atlantik-Überquerungen zurück zu bringen. Sie sollen in entsprechender Atmosphäre an Bällen mit Big Band Musik teilnehmen. Auch sprachliche Anlehnungen an diese Zeiten wird es geben. Die verschiedenen Bereiche des Sieben-Sterne-Hotels werden u.a. „aft" (Achtern), „bow" (Bug), „port" (Backbord) und „starboard" (Steuerbord) genannt. Das Personal sind die „pursers" (Proviantmeister) und Stewards.
Mark Knolwes, der auf unserer englischsprachigen Schwesterhomepage über den Umbau der QE2 schreib, fragt sich meiner Meinung nach zu Recht, warum die QE2 Enterprises gerade das Motto „Koloniales Britannien" wählte. Denn diese Zeit war, als die Queen der Meere ihren Betrieb aufnahm, dann doch wohl eher vorbei. Herr Ursprunger scheint wohl irgendwie die historischen Epochen durcheinander gebracht zu haben. Immerhin wurde dieser Luxusliner in den 1960-er Jahren erbaut und nicht Mitte des 19. Jahrhunderts.
Ein weiteres Problem mit dem Leitthema der Umgestaltung gibt es, da wohl wenige ehemalige Passagiere der Kolonialzeit nach Dubai kommen werden. Wenngleich Ursprunger sich wünscht die Seele eines Ozeanriesen und die Erfahrungen die die Menschen an Bord gemacht haben wiederzubeleben. Wenn ich an die Titanic denke, dann glaube ich kaum, dass jemand, der damals auf der Jungfernfahrt dabei war und überlebt hat, nochmals aus dem Eismeer gerettet werden will oder schlimmer noch, mit dem Luxusliner untergehen will.
Idee: Mark Knowles; Freie Übersetzung: Astrid
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