December 3, 2008
Immobilienkrise weltweit: auch der Luxusbereich ist betroffen!
Während in Deutschland die allgemeine Finanzkrise ehr die Autoindustrie mit sich zieht, scheinen Immobilien weniger betroffen. Tendenziell waren Immobilien schon in den vergangen Jahren preisgünstiger als in anderen europäischen Ländern. Gerade in ländlichen Gegenden dümpelten die Preise vor sich hin, so dass ein weiterer Verfall relativ unwahrscheinlich ist. Hingegen ist in Großstädten mehr von einem Preisanstieg in dem Sektor zu lesen. In anderen Ländern sieht die Lage im Immobilienbereich selbst der gehobenen Klasse dramatischer aus.
Dubai
Lange Zeit hatte Dubai sich als immun gegenüber der Finanzkrise gesehen. Nun zeigt sich immer offensichtlicher, dass dies nicht der Fall ist: in den letzten sechs Monaten wurde bedeutend weniger Immobilienbesitz verkauft. Schon die Immobilienmesse CityScape war ein Desaster, es kam zu keinen nennenswerten Verkäufen. Immer mehr Menschen verlieren im Immobilienbereich ihre Anstellungen und die Immobilienpreise in Dubai befinden sich im freien Fall.
Daher wurden einige Maßnahmen ergriffen, um den totalen Kollaps des Marktes zu verhindern. Als zwei der Haupthypothekengeber Pleite gingen, griff Abu Dhabi's Immobilienbank ein und formte aus den beiden einen einzigen Verleiher, Abu Dhabi Finance. Die ABF will den Markt mit flexiblen Kreditbedingungen und Laufzeiten bis zu 30 Jahren stabilisieren.
Wenngleich dem Finanzmarkt der Vereinigten Arabischen Emirate noch im Juni große Stabilität bescheinigt wurde, könnte nun eine stärkere Transparenz Vertrauen in die Region zurückbringen. Im Moment ist es jedoch so, dass ausländische Investoren so schnell wie möglich das Land verlassen.
New York
Laut Reuters sind nun auch in der Metropole die Verkäufe zurückgegangen, dementsprechend steigt das Angebot und die Preise sind am Boden. Der Markt leidet nicht allein an der Situation der Wall Street, sondern auch am steigenden Dollar. Ausländische Investoren bleiben weg. Abgesehen davon haben wohl die meisten Russischen Millionäre gerade andere Sorgen, als an eine Eigentumswohnung in New York zu denken.
Während derzeit Immobilien im mittleren Preisbereich noch ansteigen, ist der allgemeine Abwärtstrend dennoch gewaltig, da der Markt der Mega-Luxus-Immobilien praktisch vollständig zusammen gebrochen ist. Im Gegensatz zum Rest des Landes war New York zunächst noch vielen Zwangsvollstreckungen durch entsprechende Maßnahmen entkommen. Aber dies ändert sich gerade. Im August war eine 90-Tage-Sperre vom Gesetzgeber in Albany erlassen worden. Diese Gnadenfrist endet nächsten Monat. Übrigens, einer der ersten Bundesstaaten, der eine 90-Tage-Sperre für Zwangsvollstreckungen eingeführt hatte, war Massachusetts und das schon im Mai. Am Ende dieser Zeit, zwischen August und September, stiegen die Zwangsversteigerungen um 456 % an. Die Preise für Häuser der mittleren Kategorie fielen um 15 %. Viele der Verantwortlichen in anderen Staaten, die ein ähnliches Moratorium ins Auge gefasst haben, werden New York in den folgenden Monaten genau beobachten.
London
Da das Britische Pfund gerade im Kurs verliert, steigt das Interesse ausländischer Käufer. Dennoch sieht es aus, als beschränke sich die Nachfrage hauptsächlich auf große Einfamilienhäuser. Der letzte Trend, große Terrassen in Appartements umzubauen scheint sich umzukehren. Der Telegraph berichtete, dass die Hauspreise sowohl in London, als auch im gesamten Königreich im 13. Monat in Folge fallen. Ein Ende sei noch nicht in sicht. Der durchschnittliche Preisverfall im Immobilienbereich lag bei 17.000 Britischen Pfund. Allerdings lagen der höchsten Verluste in gewissen Vierteln von London bei bis zu 100.000 Britischen Pfund. Knight Frank ermittelte für den Bereich von Luxusimmobilien eine Abnahme von 3,9 %. Der bisher höchste verzeichnete Preissturz. Eine kürzlich abgehaltene Konferenz von Immobilienagenten empfahl, sich auf Russische Käufer zu fokussieren. Da fragt man sich, ob sie sich nicht darüber Bewusst sind, dass die Russen ihren eigenen Ärger haben.
Ein Höhepunkt auf dem britischen Immobilienmarkt war der kürzlich erzielte Rekordpreis von 1 Million Britischer Pfund für ein Penthaus in Birmingham. Selbst die Times online lobte den guten Abschluss. Allerdings, fällt es ein wenig schwer diese Euphorie nachzuvollziehen, lag doch der ursprüngliche Preis bei 1,65 Millionen Britischen Pfund.
Frankreich
Die Preise für Immobilienbesitz in Frankreich sind in diesem Jahr bereits um 10 bis 15 % gefallen. Laut Euler-Hermes lag der Prozentsatz von Konkursen bei Immobilienunternehmen in der ersten Hälfte von 2008 bei 28. Der französische Präsident, Nicolas Sarkozy hat auch schon darauf reagiert. Sein Plan ist es bis zu 30.000 nicht fertig gestellte Eigenheime aufzukaufen, um deren Bau vollenden zu können.
Spanien
Die Nachrichten aus Spanien beschreiben die Situation als wirklich sehr schlecht bis hin zu wirklich sehr sehr schlecht.
Das weltberühmte Club Resort La Manga in Murcia, musste Hilfe bei seinen Kreditgebern suchen, da es ihm nicht möglich war, seine 97 Millionen Euro Kredite umzuschulden. Dies ist nicht das erste Mal in der Geschichte des Clubs: schon 1978 war er Bankrott gegangen. Damals hatte La Manga einen „Concurso Voluntarion de Acreedores" erhalten. Dieser Concurso gewährleistete einen Zahlungsaufschub bis 2010. Das ist nicht gut für die spanische Tourismusindustrie, zumal die Masse der verfügbaren Häuser, auch im Luxusbereich, einem weiteren Preisverfall Vorschub leistet.
Hong Kong
Die Finanzkrise und der Verfall von Aktien an der Börse wirken sich auch auf den Luxusimmobilienmarkt aus. Seit Juni sind die Preise um 17,7 % gefallen und Analysten warnen vor einem weiteren Abstieg auf bis zu 30 % im Jahr 2009. Allein der Hang Seng Property Index ist im letzten Monat um 34 % gefallen.
Idee: Mark Knowles; Freie Übersetzung: Astrid
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