December 4, 2008

Millionärsmesse in Moskau: Luxusjachten im Sonderangebot!

Die Eröffnung der Millonarsmesse in Moskau war noch glanzvoll ...

Die Eröffnung der Millonarsmesse in Moskau war noch glanzvoll ...

Die diesjährige Millionärsmesse in Moskau, könnte am Besten mit „Desaster" beschrieben werden. Selbst ein Sonderangebot ‚Kaufe eins, bekomme eins gratis" für Luxusjachten, konnte die Käufer nicht motivieren. Dies überrascht dann doch ein wenig! Schien es nicht noch diesen Sommer so, dass jeder Russische Millionär mindestens drei Jachten brauchte (vermutlich eine pro Mätresse ;-)? Der Bedarf an Luxusgütern ist wohl dramatisch zurückgegangen, seitdem die Finanzkrise auch Moskau erreicht hat.

„Jetzt ist Alles vorbei" sagte Irina Ivanova, Managerin von Premier Yachts", während sie bei der 18-Meter-Princess-Jacht steht. Männer in Ninja-Outfit dienen zur Dekoration. Aber selbst das ausgefallenste Zierwerk hilft nichts mehr, wenn die Kunden kein Geld mehr haben. Einer von Irinas Kunden aus der russischen Stadt Samara, musste kürzlich seinen schwimmenden Traum verkaufen, da er Schulden ausgleichen musste. Das Boot im Wert von 1,5 Millionen Euro wechselte für weniger als einem Drittel des Kaufpreises den Besitzer.

Die Nachfrage ist so schlecht, dass Irinas Unternehmen seine Ware wie Sauerbier anbietet: Zwei zum Preis von einem! Beim Kauf einer 18-Meter-Jacht, gibt es eine 10-Meter-Jacht gratis dazu. Allerdings hat noch niemand dieses Angebot wahrgenommen. Immerhin, so freut sich Irina, würden wenigstens ein paar Leute anrufen.

Die Situation ist wohl wirklich ernst. Die Mangelnde Nachfrage liegt sicher nicht daran, dass es sich nur um ein 10-Meter-Boot handelt, wie es noch vor ein paar Monaten zu erwarten gewesen wäre.

Russische Oligarchen werden derzeit durch Regierungsfonds „freigekauft". Der Metall-Magnat Oleg Deripaski bekam eine Garantie über 4,5 Milliarden US-Dollar von der Russischen Regierung. Das Geld ermöglicht ihm eine Gruppe von westlichen Banken auszubezahlen und ihn davor zu bewahren 25 % seines Unternehmens, Norilsk Nickel, an die Geldgeber abzutreten. Mikhail Fridman's Alfa Group erhielt 2 Milliarden US-Dollar, um seine Schulden bei der Deutschen Bank zurückzuzahlen. Gleichzeitig verhindert diese staatliche Unterstützung den Verlust von 44 % an der VimpelCom, einer der größten russischen Mobilfunkanbieter.

Es wird gemunkelt Oleg Deripaski habe insgesamt 16 Milliarden US-Dollar verloren. Dies ist im Vergleich zu Roman Abramovich noch wenig. Abramovich soll angeblich 20 Milliarden US-Dollar Verluste gemacht haben. Aber auch Deripaski kann seine Einbußen wohl kaum aus der Portokasse zahlen.

Wenn der durch die Finanzkrise aufgewirbelte Staub sich erstmal gelegt hat, ist wohl zu erwarten, dass viele der flammendreichen Russen nicht mehr in der Lage sein werden, wie zuvor gewohnt, mit dem Geld nur so umher zu werfen. Alle Regierungsanleihen sollen Ende 2009 zurückgezahlt werden. Ganz nebenbei hat die Russische Regierung große Anteile an den beiden genannten Firmen bekommen.

Die Pleite bei der Millionärs Messe in Moskau scheint nur der Anfang zu sein. Der Russische Kapitalismus wird sich wandeln. Nur wie er anschließend aussehen wird, vermag wohl noch niemand zu sagen. Sicher scheint zu sein, dass wir nicht so schnell wieder einmal Zeuge von Rekordpreisen werden, wie es noch diesen Sommer beim Verkauf der Villa „La Leopolda" in Südfrankreich der Fall war. Diese wurde für schlappe 365 Millionen Euro an einen bisher immer noch unbekannten Russen verkauft.

Idee: Mark Knowles; Freie Übersetzung: Astrid

Filed under Einkaufen, Luxusmesse, Luxusyacht by Astrid

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