December 22, 2008

Historische Luxusimmobilien: Burgen und Schlösser in Europa 2

Deutschsprachiger Raum

Im deutschsprachigen Raum gibt es viele Tausend Burgen und Schlösser. Daher können wir hier natürlich nur eine minimale Auswahl bieten. Eines der auch international sehr bekannten Objekte ist sicherlich Neuschwanstein. Daher soll das Märchenschloss Ludwigs II. von Bayern den Anfang machen.

Das Märchenschloss Neuschwanstein

Das Märchenschloss Neuschwanstein

Neuschwanstein

An der Stelle der Ruinen der Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau wollte Ludwig II. eine Festung „Im echten Styl der deutschen Ritterburgen" errichten. Das Ergebnis ist eine Architektur und Innenausstattung, die den romantischen Historismus und Eklektizismus des 19. Jahrhunderts auf die äußerste Spitze treiben. Aber wohl genau wegen dieser Übertreibung, ist die Anlage so beliebt. Pate stand dabei die Wartburg in Eisenach, die Ludwig im Jahr 1868 besuchte. Weiter Inspirationsquellen waren aber auch die maurische Welt Spaniens und die Sagenwelt Richard Wagners. Die Entwürfe lieferten Eduard Riedel und Christian Jank.

Fünf Jahre nach der Grundsteinlegung 1869 übernahm Georg von Dollmann die Bauleitung. 1884 war der Palas so weit fertig gestellt, dass Ludwig in eine abgeschlossene Wohnung einziehen konnte, um die Bauarbeiten zu beobachten. Dabei wuchsen seine Wünsche und Ansprüche kontinuierlich. So war der spätere Thronsaal ursprünglich als bescheidenes Arbeitszimmer geplant. Einige dieser Extravaganzen, wie der „Maurische Saal" konnten aufgrund der ständigen Geldknappheit nicht realisiert werden.

Beim Tod des Märchenkönigs war das Schloss trotz bereits 17-jähriger Bauzeit lediglich zu einem Drittel vollendet. Daher wurden vorgesehene Elemente bescheidener bzw. gar nicht mehr ausgeführt. Beispielsweise der von Jank vorgesehene Bergfried mit Burgkapelle entfiel.

Dennoch ist und bleibt Schloss Neuschwanstein für viele Menschen ein Stein gewordener Traum. In der Hochsaison kommen bis zu 5.000 Besucher täglich hierher. Falls dieses Märchenschloss auch Ihr Interesse weckt, finden Sie weitere Informationen auf der Webseite.

Eine der grössten Befestigungsanlagen Europas: die Hohensalzburg

Eine der grössten Befestigungsanlagen Europas: die Hohensalzburg

Festung Hohensalzburg

Eine wirkliche Ritterburg ist die Festung Hohensalzburg, hoch über der Mozartstadt. Die ältesten Teile der Anlage stammen aus dem 11. Jahrhundert. Die Ringmauer entstand in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Zeit der Bauernaufstände und der ersten Bedrohung durch das Osmanische Heer. Paris von Lodron (1619-1653) ließ die Stadt Salzburg in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit weiträumigen starken neuen Wehrbauten befestigen und band die Festung Hohensalzburg dabei in sein Verteidigungskonzept ein.

Heute ist die Festung hohensalzburg mit über 7.000 m² bebauter Fläche (einschließlich der Basteien über 14.000 m²) die größte Burganlage aus dem 11. Jahrhundert, sowie die größte weitgehend erhaltene Burg Mitteleuropas.

Weitere Informationen finden Sie hier

Auf der Wartburg übersetzte Luther die Bibel

Auf der Wartburg übersetzte Luther die Bibel

Wartburg

Die heutige Wartburg geht zwar auch schon auf ältere Vorgängerbauten zurück, jedoch erfuhr sie im Laufe der Jahrhunderte viele Transformationen. Die ältesten Überlieferungen stammen von einem Bau Ludwig des Springers (1042-1123), der den Stammsitz seines Hauses auf die dominante Lage auf dem Bergrücken verlegte. Allerdings gibt es nur wenige Überreste aus dieser Frühzeit, da vermutlich die meisten Gebäude aus Holz bestanden. Der heute noch existierende Palas (Repräsentationsbau und Wohnraum) und Teile von Ringmauer und Torhaus stammen aus dem 12. Jahrhundert, als Landgraf Ludwig II. aus dem Hause der Ludowinger Einfluss auf den Bau nahm. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu An- und Umbauten. 1853 wurde ein umfassender Wiederaufbau der Burg im historisierenden Stil durchgeführt. Der Bergfried stammt aus dieser Zeit.

In den 1950-er erfolgten abermals Restaurierungsarbeiten, bei denen viele Einbauten des 19. Jahrhunderts entfernt wurden.

Wenngleich Forschungen zu der architektonischen Bedeutung der Wartburg noch in vollem Gange sind, die Anlage seinen historischen Platz in der Geschichte Deutschland. Die später heilig gesprochene Elisabeth von Thüringen lebte von 1211 bis 1227 hier. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als „Junker Jörg" in Burg versteckt. Während seines Aufenthalts übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche und schuf so die Grundlage für eine einheitliche deutsche Sprache. Am 18. Oktober 1817 gipfelte das Burschenschaftstreffen der deutschen Studenten im ersten Wartburgfest. Im Revolutionsjahr 1848 wurde auch das zweite Wartburgfest hier veranstaltet.

Weiter Informationen finden Sie auf der Webseite der Wartburg. 

Eines der bekanntesten spätgotischen Baudenkmäler: die Albrechtsburg

Eines der bekanntesten spätgotischen Baudenkmäler: die Albrechtsburg

Albrechtsburg

Die Albrechtsburg in Meißen hat ebenfalls auf das 10. Jahrhundert zugehende Vorgängerbauten. Die heutige Anlage entstand aber erst zwischen 1471 und 1500 als Residenz der sächsischen Kurfürsten aus dem Hause Wettin. Die gemeinsam regierenden Brüder Ernst und Albrecht beauftragten den Baumeister Arnold von Westfalen einen Repräsentationsbau zu schaffen, der Platz für zwei Hofhaltungen bot. So entstand eines der bekanntesten spätgotischen Architekturdenkmäler, das eindrucksvoll den Übergang vom Burgenbau zur Schlossanlage zeigt.

Arnold von Westfalen kreierte große Räume mit großen Fenstern. Das neuartige Zellengewölbe lebt vom Spiel zwischen Licht und Schatten. Als ein Meisterwerk des Treppenbaus gilt der Große Wendelstein, eine breite Treppe mit aufgelöster Spindel im Innern und konkav und konvex geschwungenen Stufen, die in einem Turm, der vor die Fassade gelegt ist, untergebracht wurde.

Wenn dieser bedeutende Bau Ihr Interesse gefunden hat, können Sie hier weitere Informationen finden. 

Schloss Schönbrunn

Der Vorgängerbau des heutigen Schlosses Schönbrunn wurde während der zweiten Belagerung durch die Osmanen 1683 bis zur Unbrauchbarkeit beschädigt. So gab der Habsburger Leopold I. 1687 den Bau eines repräsentativen Palastes für den Thronfolger Josef I. Der Architekt Fischer von Erlach schlug zunächst eine Anlage vor, die das Schloss Versailles übertroffen hätte, aber nicht finanzierbar war. Zwischen 1696 und 1701 entstand ein weitaus kleineres Schloss. Nach einer Bauunterbrechung durch die Erbfolgekriege kam es zu weiteren Planänderungen.

Als Maria Theresia das Anwesen zu ihrer kaiserlichen Sommerresidenz erkor, ließ sie es zwischen 1743 und 1749 entscheidend umbauen und erweitern. Der Hofsteinmetzmeister Johann Baptist Regondi war Kreationen für die verschiedenen Stiegen, das stattliche Treppenhaus für den Hofstaat sowie die gartenseitige Freitreppe verantwortlich. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt ein Großteil der Inneneinrichtung, die als fast einziges Beispiel des österreichischen Rokoko gilt.

Schloss Schönbrunn gehört heute zu einem der meistbesuchtesten Baudenkmälern Österreichs. 

Das Weinberghäuschen Friedrichs des Grossen: Sanssouci

Das Weinberghäuschen Friedrichs des Grossen: Sanssouci

Schloss Sanssouci

Ein Rokoko-Schloss durch und durch ist die Potsdamer Sommerresidenz des preußischen Königs Friedrich dem Großen. Nach eigenen Skizzen ließ er sein Lustschlösschen zwischen 1745 und 1747 im östlichen Teil des Schlossparks erreichten. Die beiden Seitenflügel wurden knapp hundert Jahre später unter Friedrich Wilhelm IV. verlängert.

Seit 1990 steht Sanssouci mit seinen Schlössern und dem weitläufigen Schlosspark als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Die Organisation begründet damit dass Schloss und Park von Sanssouci, oft als „preußisches Versailles" bezeichnet würden. Sie sind eine Synthese der Kunstrichtungen des 18. Jahrhunderts in den Städten und Höfen Europas. Das Ensemble ist ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen vor dem geistigen Hintergrund der monarchistischen Staatsidee.

Aufgrund der Lage des Bau auf einer Anhöhe mit Weinbergterrassen nannte Friedrich der Große Sanssouci liebevoll „mein Weinberghäuschen".

Schloss Benrath bei Düsseldorf

Schloss Benrath bei Düsseldorf

Schloss Benrath

Etwas später als Sanssouci und daher schon in der Überganszeit vom Rokoko zum Klassizismus wurde Schloss Benrath zwischen 1755 bis 1773 unter der Leitung von Nicolas de Pigage in dem heutigen Düsseldorfer Vorort Benrath errichtet.

Das denkmalgeschützte Ensemble von Lustschloss, Jagdpark, Weihern und Kanalsystem entstand im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz. Im Vergleich zu den aufwändigen Gestaltungen des barocken Absolutismus ist Benrath ehr schlicht und zurückhaltend. Zwei Flügelbauten und zwei Torhäuser flankieren das Haupthaus, das Corps de Logis.

Es finden wechselnde Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen statt. Auch eine Führung (nur auf Voranmeldung) lohnt sich. Neben den Repräsentationsräumen und den Schlafgemächern geht es durch versteckte Treppenhäuser auch in die Dachkammern der Bediensteten. Ein ausgiebiger Spaziergang durch den Park ist allemal zu empfehlen.

Einen weiteren wunderschönen Park hat das bei Triest gelegene Miramare.

Miramare: ein Märchen ohne Happy End

Miramare: ein Märchen ohne Happy End

Schloss Miramare

Zugegeben, weder die Stadt Triest, noch das ca. fünf Kilometer nordwestlich davon gelegene Schloss Miramare befinden sich heute noch im deutschsprachigen Raum. Dies war allerdings zur Entstehungszeit anders. Die Region gehörte damals noch zum Herrschaftsbereich der K & K Monarchie. Da Miramare ebenso wie das eingangs beschriebene Neuschwanstein ein wahres Märchenschloss ist, schließt es wunderbar den Kreis dieser Ausführungen. Wenngleich wesentlich weniger bekannt als Neuschwanstein, ist die Geschichte es Erbauers ähnlich tragisch wie die Ludwigs II. von Bayern. Ein weiteres Märchen ohne Happy End.

Schloss Miramare (ital. Castello di Miramare) wurde zwischen 1856 und 1860 für den Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich, den Bruder Kaiser Franz Josephs I., und seiner Gattin Charlotte von Belgien erbaut. Architekt und Bauleiter war der Wiener Carl Junker. Obwohl zeitnah entstanden, ist Miramare im Gegensatz zu Benrath dem romantisierenden Klassizismus verbunden. Sollte doch auch hier der Traum von einem Märchenschloss war werden. Mit dem Einzug von Maximilian und Charlotte, zu Weihnachten 1860 schien es auch zunächst so. Und es wurde auch noch schöner. Zu dem Traumhaus an der Adria kam 1863 der Titel des „Kaisers von Mexiko" für den Hausherren.

Im darauf folgenden Jahr reiste das Paar nach Mexiko, in der festen Absicht nach Triest zurückzukehren. Charlotte kam schnell wieder nach Europa. Napoleon III. hatte seine Truppen aus Mexiko zurückgezogen und die Lage für den Kaiser wurde heikel. Sie suchte unter anderem bei Papst Pius IX. Unterstützung für den Gatten. Jedoch zeigte sie während des Besuchs in Rom Zeichen geistiger Verwirrung und wurde daraufhin im Gartenhaus von Miramare eingesperrt.

Kaiser Maximilian kam nicht zurück. Er wurde 1867 von den mexikanischen Revolutionären Erschossen und konnte so Charlotte, deren Zustand sich mit der Todesnachricht merklich verschlechterte, nicht mehr beistehen. Ihr Bruder, Philippe von Belgien ließ die Patientin auf sein belgisches Château de Bouchout bringen. Auch dies war ein Abschied für immer.

Trotz dieser tragischen Geschichte, ist das Schloss Miramare mit seinem wunderschönen Park, nebst eigenem kleinen Hafen eine Besichtigung Wert.

Filed under Blog, Kunst, Luxusimmobilien, Reiseziele, schlösser und burgen by Astrid

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