December 24, 2008
Kinostart: 26.12.2008 „Australia“
Eine unbekannte Welt im Kino kennen lernen und warum nicht auch mal hinreisen?
Manche Filme sind für die Tourismusindustrie eines Landes gut und es ist gut möglich, dass Baz Luhrmanns neuer Film einer davon ist. „Australia" sollte für Australiens Tourismusindustrie Wunder bewirken.
Der tropische Norden Australiens ist wirklich eine wunderbare Wildnis, aber gleichsam nicht im allgemeinen Fokus als typisches touristisches Luxusreiseziel. Luhrmanns Film „Australia" könnte dies wohl ändern.
Der Film spielt auf einer fiktionalen Rinderfarm, die von Nicole Kidmans Charakter beseelt ist. Die Handlung führt in Australiens raue Kolonialzeit, in der sich eine Aristokratin (Nicole Kidman) in den Bad Boy der Gegend (Hugh Jackman) verliebt. Eingeschlossen in den Plot ist der Japanische Luftangriff auf Darwin von 1942 ebenso wie ein riesiger Viehtransport durch die nördlichen Gebiete des Kontinentes. Die Vorabwerbung schließt einige erotische Szenen der Hauptprotagonisten als Eyecatcher ein, jedoch ist der eigentliche Star zweifellos die wunderschöne Australische Landschaft.
Das Filmteam verbrachte Monate in Nordaustralien. Wichtig war dabei der kleine Ort Bowen in Nordqueensland. Er steht für das Darwin des Films in den 1940-er Jahren. Außerdem sieht man viel von den majestätischen Landschaften der Region Kimberly.
Der weite Norden von Queensland und das Nothern Territory
Das Dilemma für Luxusreisende ist allerdings, diese Schönheit zu sehen ohne gleichzeitig einen spartanischen Urlaub verbringen zu müssen. Normalerweise ist es hier ein wenig unbequem. Um die riesigen Entfernungen zu überwinden, ist der Luftweg zu empfehlen. Typische Luxus-Hotels bieten Swimmingpools, Klimaanlage und Gourmetrestaurants. Dies alles benötigt jedoch eine Infrastruktur, die es im Australischen Hinterland nicht gibt. Sicher, fast immer gibt es eine Klimaanlage, eine Notwendigkeit bei den vorherrschenden Temperaturen. Allerdings werden die Klimaanlagen meist durch Dieselgeneratoren betrieben. Das ist nicht besonders angenehm, aufgrund ihrer Lautstärke und schlecht für die Umwelt.
Dennoch gibt es ein paar Möglichkeiten: die großartige Küste von Kimberley. Sie kann indes nur per Schiff erreicht werden. Zusätzlich bringen Hubschrauber die Besucher schnell in Gegenden, für die sie auf dem Landweg Wochen benötigen würden. Wir haben uns das Angebot von Luxuskreuzfahrten nach Kimberley angesehen. Sie sind offensichtlich leider auf die Küste beschränkt, wenngleich diese auch wunderschön ist.
Eine Reihe von Farmen bietet neuerdings auch Luxusurlaub auf der Ranch an, so beispielsweise Wrotham Park. Diese Anwesen sind groß genug um autark zu sein, daher ist es kein besonderes Problem eine Handvoll großzügiger Gästezimmer einzurichten. Es gibt allerdings auch einen Nachteil: zuerst kommt das Vieh und danach erst die Touristen, die eine Zweiteinnahmequelle sind. Außerdem liegen die Farmen nicht grundsätzlich in besonders exotischen Gegenden. Weideland ist normalerweise trocken, da das Vieh nicht in tropischen Feuchtgebieten überleben würde. Aber genau diese sind die beliebteren Reiseziele für Touristen, da sie wunderschöne Landschaften mit einmaliger Flora und Fauna bieten.
Kimberley und Broome
Eine neue Ausrichtung von Australiens erster Klasse Tourismus sind die Öko-Ferienanlagen. Sie versuchen möglichst wenig in die Landschaft einzugreifen und bauen daher ehr kleinere Einzelhäuser oder gar Safarizelte. Der Schlüssel ist die Stromerzeugung, da Dieselgeneratoren Krach machen und nicht umweltverträglich sind, ganz zu schweigen von den Kosten. Solarenergie ist leider nur begrenzt einzusetzen, da damit keine Klimaanlagen betreiben werden können, allerdings sind sie zumindest für die Warmwassererzeugung und kleinere Stromquellen wie Licht geeignet.
Von Elisabeth Sowerbutts; Freie Übersetzung: Astrid
Photos: Emigrating to Australia
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