January 6, 2009
Drei-Königs-AG in der Krise
Nun hat die allgemeine Finanz- und Immobilienkrise auch die Kölner Drei-Königs-AG erfasst. Die üblichen Wohltätigkeitsveranstaltungen, bei denen traditionell Luxusgüter an Bedürftige in Spanien verteilt werden, sind abgesagt. Gerüchten zufolge soll der Firmensitz, eine historische Luxusimmobilie im Herzen von Köln zum Verkauf stehen. Möglicherweise muss schon in den nächsten Tagen Insolvenz angemeldet werden.
Wie der Pressesprecher des mit Luxusgütern wie Gold, Weihrauch und Myrre handelnden Unternehmens, Melchor König heute mitteilte, muss in diesem Jahr das wohltätige Engagement in Spanien ausfallen. Als Grund führte er an, dass bei der in der Vorweihnachtszeit veranstalteten Benefizgala in Dubai deutlich weniger Erlöse erzielt wurden, als in den Vorjahren. Der Bummelstreik der Piloten und Fluglotsen am Flughafen von Madrid verursache zusätzliche logistische Probleme. Daher könne die Verteilung von Luxusgütern an Bedürftige in Spanien in diesem Jahr nicht stattfinden.
Insidern zufolge könnte diese Absage, die tausende von Spaniern herbe treffen wird, aber in erster Linie mit finanziellen Problemen der Firma zusammen hängen. Offiziell ist die historische Luxusimmobilie in Köln, die als Firmensitz dient noch nicht gelistet, aber die Immobilienmakler von einschlägigen Agenturen gaben sich in den letzten Wochen die Klinken in die Hand.
Dabei wird es nicht leicht werden, das gotische Gebäude zu einem annähernd dem Wert entsprechenden Preis zu verkaufen. Zwar wird die historische Bausubstanz regelmäßig restauriert, aber durch die Größe allein besteht in Zeiten der Krise eine sehr geringe Nachfrage. Da hilft auch die Luxusausstattung wohl recht wenig. Die Hauptaktionäre, Kaspar, Melchor und Balthasar König sollen sich dort mit Gold und Edelsteinen dekorierte Luxussuiten eingerichtet haben. Aber solcher Luxus hat seinen Preis. Einzig die verkehrstechnisch günstige Lage, direkt am Kölner Hauptbahnhof stellt einen gewissen Vorteil dar. Kaspar König, Chief Financial Officer der Aktiengesellschaft wollte die Gerüchte nicht kommentieren.
Ein weiterer Hinweis auf die Firmenkrise ist jedoch, dass Balthasar König heute am traditionellen Sternsingen teilnehmen möchte, um die Menschen zur Spende von milden Gaben aufzurufen. Ob aber die Opferbereitschaft der Deutschen so weit gehen wird, um ein Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren, das seinen Managern bislang Spitzengehälter zahlte, bleibt offen.
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