January 14, 2009

Die russische Prawda meldet: Der europäische Luxusimmobilienmarkt ist stabil!

pravda-logoMark Knowles von unserem amerikanischen Schwesterblog war am Montag auf der Homepage der englischsprachigen Prawda zu lesen, dass der europäische Markt für Luxusimmobilien trotz der allgemeinen Krise immer noch stabil sei.

Jens Fischer schreibt in der Onlineausgabe der russischen Zeitung beispielsweise, die Immobilienpreise für durchschnittliche Häuser seien in vielen Regionen Westeuropas im vergangenen Jahr bis zu 25 % gefallen, dies beträfe jedoch nicht den Bereich der Luxusimmobilien. Es gäbe weder einen grundlegenden Preisverfall in diesem Marksegment, noch erwarteten Experten diesen in den nächsten Monaten.

Laut Prawda: keine Luxus-Villen an der Côte d'Azur im Sonderangebot

Laut Prawda: keine Luxus-Villen an der Côte d'Azur im Sonderangebot

Die Preisbeständigkeit gelte vor allem für die Großräume um Zürich und Genf, das österreichische Tirol, den Münchener Großraum, die französische Region Côte d’Azur/Provence, die Balearen und Marbella in Spanien, Norditalien, eingeschlossen Portofino und Sardinien und wohl auch London und seine Umgebug in England.

Die Prawda bezieht sich in dem Artikel auch auf den World Wealth Report 2007 von Merrill Lynch und Capgemini: die Anzahl der kaufkräftigen Individuen sei seit 2003 von 7,3 Millionen auf 9,5 Millionen gestiegen, die damit potentielle Käufer von Luxusimmobilien seien.

Daraus schlussfolgert Fischer, Investitionen am richtigen Ort in den richtigen Besitz garantierten weiterhin Gewinne, die über dem Durchschnitt von anderen Investitionen, wie Anlagen an der Börse und in Waren lägen. Immobilieninvestitionen seien darüber hinaus derzeit auch noch sicherer.

Nicht nur Mark Knowles sieht dunkle am Londoner Immobilienhimmel

Nicht nur Mark Knowles sieht dunkle Wolken am Londoner Immobilienhimmel

Leider sieht Mark die Lage nicht ganz so positiv. Wie auch immo-luxus.de berichtete, fielen die Preise im Luxussegment in London im letzten Jahr um 20 %, mindestens weitere 14 % Preisverfall wurden im November für 2009 erwartet.

Mark kennt persönlich einen russischen Aluminiummagnaten, der seine Villa an der italienischen Blumenriviera, also in direkter Nachbarschaft zur Côte d’Azur, lieber heute als morgen verkaufen will. Er hatte sie im letzten Jahr noch für 3,5 Millionen Euro gekauft, gibt sie nun aber zum Vorzugspreis von 1,5 Millionen Euro wieder ab. Darüber hinaus gibt es Gerüchte, Roman Abramovich würde seine Yacht Pelorus an den meistbietenden verkaufen. Der zuvor genannte Aluminiummagnat hat sein Boot schon längst aus dem Wasser geholt und die Besatzung entlassen.

Für die Schweiz führt Mark an, die Aktien der UBS Bank seien gerade weiter verfallen. Schon im vergangenen Quartal hatte das Unternehmen 7,2 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht. Für das gesamte letzte Jahr sind es damit fast 20 Milliarden US-Dollar; der größte Verlust eines Schweizer Bankhauses der jemals registriert wurde. Von der Bank wurde dies bisher nicht kommentiert.

Is es aus mit den Golfferien in Marbella?

Ist es aus mit den Golfferien in Marbella?

Auch in Spanien scheint die Situation keineswegs rosig zu sein. Ein Britisches Unternehmen hatte beispielsweise 100 Englische Pfund an eine spanische Immobilienbaugesellschaft gezahlt. Da das Geschäft über Sean Woodhall abgewickelt wurde, gilt das Geld als verloren. Darüber hinaus gab es im vergangenen Monat weitere Betrugsmeldungen von der Iberischen Halbinsel, auch aus Marbella.

Es spricht also einiges dafür, dass die Lage in Europa keineswegs so rosig ist, wie die Prawda schreibt. Allerdings sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Süddeutsche Zeitung Anfang des Jahres meldete, die Nachfrage nach Luxusimmobilien in München steige noch an. Eine erhöhte Nachfrage spricht jedoch nicht wirklich für einen Preisabstieg.

Idee: Mark Knowles ; Freie Übersetzung und Kommentar: Astrid

Filed under Blog, Luxusimmobilien by Astrid

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