March 30, 2009
Spanien: Luxusmahlzeiten für wenig Geld
Häufig zahlen Touristen viel Geld für schlechtes Essen. Dies liegt oftmals daran, dass sie sich nicht mit den Gepflogenheiten des Landes auskennen. Haben Sie sich beispielsweise in Spanien schon einmal gewundert, warum sich kein gutes Restaurant um 19 Uhr finden ließ? Die Antwort ist ganz einfach: die meisten Restaurants öffnen nicht vor 21 Uhr, da die Spanier gewöhnlich nicht vor 22 Uhr zu Abend essen.
Das Codewort um bis dahin nicht zu verhungern heißt Tapas, oder im Baskenland auch Pintixos, kleine Häppchen, die zu (meist alkoholischen) Getränken gereicht werden. Da man in einer Tapasbar üblicherweise steht, ist dies für ausländische Gemüter nochmals schwerer zu verstehen, wenn man aber an Kanapees auf Cocktailpartys denkt, fällt es leichter sich darauf einzulassen, was Sie auf jeden Fall bei Ihrem nächsten Spanienaufenthalt tuen sollten.
Die Regeln variieren, je nachdem, in welcher Region Sie sich befinden. Normalerweise bestellt man ein (alkoholisches) Getränk (beispielsweise Vino Tinto, ein guter spanischer Rotwein) und schon wird ein Teller mit Tapas dazu gereicht. Dies könnten einfach nur Erdnüsse sein, aber meistens werden viel raffiniertere Kleinigkeiten angeboten. Häufig gibt es Tortilla, ein Eierkuchen mit Kartoffeln, nicht zu verwechseln mit dem mexikanischen Fladenbrot gleichen Namens, oder Chorizo (eine stark gewürzte Wurst. Oftmals werden auch Meeresfrüchte in allen erdenklichen Varianten aufgetischt: Sardellen, Gambas, Sardinen etc.
In Bilbao, im spanischen Teil des Baskenlandes, zahlt man für gewöhnlich die Pintixos. Dennoch lohnt es sich, die dort Txikiteo genannten Tapasbars auszuprobieren, insbesondere in der Altstadt von Bilbao. Die Qualität ist sehr hoch, weil es einen jährlichen Wettbewerb gibt, der die besten Pintixos kürt. Darüber hinaus ist dies zusätzlich spannend, da die Leckereien jedes mal anders sein werden. Der Grund dafür ist, dass die Pintixos frisch zubereitet werden müssen, erst kurz vor dem Servieren. Möglicherweise können Sie dem Küchenchef dabei zusehen, wie er vor ihren Augen Pintixos herstellt. Die Zutaten sind stets frisch und sie ändern sich, je nachdem was vorhanden ist.
Wenngleich Tapasbarzeit traditionell ca. zwischen 18 und 21 Uhr liegt, ist die Txikiteo in Bilbao auch zu einer Mittagsinstitution geworden. Ebenso kann es passieren, dass eine Bar Sonntags geschlossen ist, oder auch irgendwann in der Woche, aber das macht nichts, da es sicher in der Nähe eine andere gibt.
Die spanische Tapastradition ist ein Gourmetvergnügen, das weder Tischreservierung noch Reiseführer erfordert. Man muss einfach der Nase nach in die Altstadt gehen und der Masse folgen. Sicher hilft es, ein wenig Spanisch zu sprechen, aber man kommt auch mit einem freundlichen Lächeln und Zeichensprache recht weit. Freilich kann es passieren sich ein wenig in einer fremden Stadt zu verlaufen, wenn man sich von der Intuition leiten lässt, daher ist es ratsam, die Hoteladresse auf einem Zettel zu notieren, um sie dem Taxifahrer am Ende der Nacht zeigen zu können. Bueno suerte!
Idee: Elisabeth Sowerbutts ; Freie Übersetzung: Astrid
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