April 1, 2009
Die Saga vom Verkauf der Villa Leopolda an der Côte d'Azur geht weiter!

Das Schicksal der Villa Leopolda bleibt weiterhin ungewiss
Im letzten August wurde die Villa Leopolda, wie unser amerikanischer Schwesterblog damals berichtete für 500 Millionen Euro verkauft. Später wurde ein Verkaufspreis von nur 365 Millionen Euro gemeldet, jedoch blieb der Name des Käufers noch geheim, wenngleich es Gerüchte gab, die besagten, dass es Mikhail Prokorov war.
Dies schien zunächst noch recht unwahrscheinlich, da Prokorov geschworen hatte nie wieder einen Fuß auf französisches Territorium zu setzen, nachdem er wegen einer Geschichte mit Prostituierten dort 2007 festgenommen worden war. Später hatte sich herausgestellt, dass er die Freudenmädchen mit Luxusgütern bezahlte, wie beispielsweise Taschen von Louis Vuitton. Da es keine Bezahlung in Bargeld gab, musste die Anklage fallen gelassen werden.
Die Bestätigung von Prokorov als Käufer wurde im Februar diesen Jahren offensichtlich, da er sich gezwungen sah, vom Kauf zurückzutreten. Allerdings forderte er trotz eindeutiger gegenteiliger gesetzlicher Bestimmungen die Anzahlung von 39 Millionen Euro zurück. Indirekt wurde damit auch die Kaufsumme bestätigt, weil das französische Gesetz 10 % des Gesamtpreises als Anzahlung vorsieht, die unter gewöhnlichen Bedingungen nicht zurückgezahlt werden.
Es scheint sich bei diesem Vorgang jedoch nicht um einen ganz gewöhnlichen Kaufvertrag zu handeln, abgesehen von der ungewöhnlich hohen Kaufsumme. Mit dem vereinbarten Preis argumentieren auch die Anwälte Prokorov's und dies mit einer gewissen Erfolgsaussicht. Gerüchten zufolge berufen sie sich auf SAFER, die französische Gesellschaft für Grundbesitz, die scheinbar einen geringeren Preis als den im Vertrag genannten für die Leopolda angegeben hatte. Dies ist insofern problematisch, da der Französische Staat in vielen Fällen ein Vorkaufsrecht hat. Ist er interessiert, muss er den zuvor vereinbarten Kaufpreis zahlen. Wäre dies bei der Leopolda der Fall gewesen, hätte es sicher Einwände wegen Wucher gegeben.
Im Fall der Villa Leopolda gab es jedoch kein staatliches Interesse. Allerdings hat SAFER erklärt, dass der von ihnen ermittelte Wert substantiell von dem im Vertrag genannten Verkaufspreis abweicht, was im Normalfall nicht ungewöhnlich ist, um Steuern zu sparen.
Lily Safra, die derzeitige Besitzerin der Luxusvilla, ließ verlautbaren, dass sie die Argumentation des russischen Oligarchen absurd findet und daher keinen Anlass sieht, ihn aus dem Kaufvertrag zu entlassen. Diese Position ist sehr verständlich, da Lily Safra ihr Anwesen ursprünglich gar nicht verkaufen wollte und erst nach langwierigen Verhandlungen einwilligte. Das hohe Angebot wird sicher dazu beigetragen haben. Dennoch war wohl geplant, die Summe für medizinische Zwecke zu spenden. Zwischenzeitlich hat Mme Safra und ihre Angestellten die Villa Leopolda verlassen und geräumt. Nun steht das Anwesen leer und wartet auf die gerichtliche Entscheidung.
Idee: Mark Knowles ; Freie Übersetzung: Astrid
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